Anden-Kreuzung mit dem (Falt)Kajak
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Anden-Kreuzung mit dem (Falt)Kajak

Bereits in der Prekolumbianischen Zeit, nutzten die Mapuche Indianer die Seen- und Flusslandschaften Patagoniens um Güter zu transportieren und Tauschhandel zu treiben. Gefolgt von spanischen Eroberer, Jesuiten, Forscher und Pioniere. Meine Anden-Querung ist weder eine Pionier- noch eine Sportliche Leistung, dennoch zählt Sie heute zu meiner persönlichen Leistung. Ich quere nicht zum ersten Mal die Anden, aber ich Paddle sozusagen zum ersten Mal.
Als ich als Nichtfahrradfahrer das letzte Jahr meine 12 Länder und 7000Km Tour abschließe, wird mir bereits klar, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. So soll die Reise diesmal mit einem Tourenkajak erfolgen und nur mit einem Faltboot bleibe ich flexibel und tatsächlich Mobil.
Kajakfahren ist mir neu, doch ein Grundverständnis als Ruderer in meinen jungen Jahren und ferner als Segelflieger, helfen mir sowohl beim Verständnis von Strömungen und bei der Wetterinterpretation. Der Einsatz eines gesunden Menschenverstand kompensiert ansonsten die Mankos an Erfahrung.
Selbstverständlich habe ich mich im Vorfeld mit der Materie, zumindest theoretisch, etwas auseinander gesetzt. Die (Fach)Foren mit guten Ratschläge und überwiegende gute Informationen halfen auch sehr, wobei ich auch hier wieder bestätigen darf, Theorie und Praxis sind zwei paar Schuhe und was wirklich zählt, ist die Erfahrung die man selber Macht. Die zweite wichtige Erkenntnis verdeutlicht mir, dass weniger Theorie und Krimskrams und mehr Tun und Machen, bringen einem schneller zum persönlichen Aha-Erlebnis. Ich denke hier an eine längere Diskussion, ob ein Bootswagen nun 500 Gr mehr oder weniger haben soll.
Meine praktische Vorbereitung besteht eigentlich nur aus einem 2 x 2 Stündigen Kajakkurs im letzten November am Rio de la Plata bei Buenos Aires (Rio-Mistico-Kayakschool) und in Ostern eine fünf tägige Exkursion im Mittelmeer bei Hyeres mit Siesta-Oppi Kanuschule aus der Schweiz. Dazu noch ein paar mal mein Faltboot auf und abbauen um die griffe besser kennenzulernen. Aufgrund meiner Bedürfnisse und unter Berücksichtigung des Preis- Leistungsverhältnis entschloss ich mich für den Nortik-Argo. Eine Entscheidung die ich nicht bereue und mich sicher, stabil und schnell durch unterschiedliche Gewässer beförderte.
In der Szene wurde schon zu oft über die anfänglichen Aufbau-Schwierigkeiten des Argos berichtet und dem kann ich sogar mit blutigen Händen beipflichten, aber auch bestätigen, dass nach dem fünften Mal circa, es wesentlich leichter geht und zum Schluss eigentlich in einem Handumdrehen. Einiges an selbstgebastelten “Tuning” trug auch dazu bei.
Im Fokus meiner Kreuzung stand jedoch weniger der sportliche Ehrgeiz dahinter sondern eher, wie auch in vorigen Reisen, das Kennenlernen von Menschen, Kultur und Natur, und zwar aus einer anderen Perspektive. Da bietet sich das Kajakfahren sehr gut an.
Ich empfand eine sehr liebenswürdige und hilfsbereite Chilenische Landbevölkerung. Die Herzlichkeit ist unbeschreiblich und soll, so die Aussage der Einheimischen, eher dem Südchilenen zuzuschreiben und weniger dem restlichen Teil des Landes im Norden. Wie auch immer, dank der gemeinsamen Sprache mit uns Argentinier, kann ich mich diesmal, anders als in Asien, mit den Leuten hervorragend verständigen und auch mal über tiefgründiges sinnieren.
Insgesamt benötigte ich 4 Wochen, davon genau 14 Tage und 270 Km paddeln.
Die Erfahrung war Eindrücklich und die Wahl der Jahreszeit sehr treffend.
Wäre eine Wiederholung wert.

Crossing the Andes by Kayak – a solo tour from bike4happiness on Vimeo.

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